Stinknormal

Da es mir reicht, immer von der Schokoladenseite zu erzählen… komme ich auf meine Arbeitseinsätze zu sprechen.
Heute ein ganz normaler Tag, der zweite der „sinnvoll“ gefüllten Sorte, ich ließ mich im Tagescenter blicken ( xD))). Aufgepasst. Es wird getrixt und geneckt. Und abgehalten. /////
Wie so nicht, wenn so allerorts zwanghaft: Neues Jahr, ich hab jetzt die Chance meine Innovationen gedeien zu lassen … Wir haben ein ansehnliches Stoff- und Textilreservoir im kleinen Durchgangsraum unseres Centers, dem Livia (die Sozialassistentin) versucht ist, Nutzen in Form von seichten effektvollen Übungen für die Klienten abzuringen. Man muss doch etwas Einfaches finden können, was man zusammen mit ihnen nähen könne. Hochmotiviert fing ich heut an, ein Beispiel zu erarbeiten, gemeinsam mit persönlichen Stoffschneidergehilfen. Ich taugte nicht, die hübsche Nähmaschine wollte mich nicht weiterprobieren lassen, die von Keiligs abgekupferte Brotbeutelidee neu aufzulegen (Sorte „pâine mare“). Bin ich doch schon zu modern verdorben, mit einer mehr antiken Maschine umzugehen?! Gut, ließen wir diese Sache erstmal ruhen. Das war ne gute Gelegenheit für mein kleines Weihnachtsgeschenk (ich hatte auf den Dienstag gesetzt, an dem das Center immer gut besucht ist; 13 Leutchen + 8 heute): Mehr oder minder versammelt/enthusiastisch/neugierig um den großen Tisch geschaart, kam eine kleine erzgebirgische Pyramide zum Vorschein. Juhhu, ich wurde sogar nach der Herkunft, Geschichte und dem Zweck der Flügelblätter gefragt. Wie sie so sind, unterschiedlich: Freuten sich die Kinder unter ihnen mit beherztem Klatschen, lagen manche auf ihrem Sofa, unbeteiligt, den Mundewinkel zuckend – auch die hab ich sehr sehr gern!
Die Kurendesänger drehten sich.
Mit R. testete ich eine Kiste voller Schundkasetten aus, säuberte mit ihr ein Stück Stoff von überstehenden Fäden, wurde unterbrochen von dem Schwätzer F., ok ja amen nein ich werde dir den Preis nicht veraten; bemalte aus Spanplattenpuzzleteilen bestehenden Elefanten mit R. weiter an. Das artete allerdings aus. Sie (R.) war nur fixiert darauf, Livias Ring zu kommentieren („Livia kommt nicht mehr ins Center jetzt. Sie wird heiraten“), die unebenmäßige graue Farbe auf dem Holz juckte sie kein Stück. Das ging approx eine halbe Stunde. Irgendwann wollte ich den Kopf des armen Tiers rot bemalen, entschied mich aber für R.´s Nase. Darauf ging das Gekaspere los. Mit dem Pinsel scheuchten wir uns. Man siehe unten im Bild (aber fi atent, der Finger im Bild gehört meiner Chefin)
Auch die Maske aus Pappe, die ich begann zu bemalen, konnte nicht friedvoll entstehen. Bestimmt 10 Minuten lang, stupste und fegte mir R. den Filzer von der Pappe. … und… ich hielt dem stand… wie konnte ich nur? Ich glaube, in dem Moment hab ich echt einen meiner ersten „sozialkausalen“ Fortschritte an mir selbst live beobachten dürfen.


1 Antwort auf „Stinknormal“


  1. 1 müttg 13. Januar 2011 um 22:23 Uhr

    mach mal ein bild von der nähmaschine und schick es mir, vielleicht kenn ich das modell und kann mein talent als telepathische nähmaschinenflüsterein entdecken, irgendwie muss die doch zu normalen handlungen inspiriert werden können! und was macht unser skypetermin? morgen bin ich den ganzen tag zu hause, falls du überhaupt lust hast…naehli

    von mir:
    Ich kann dir gern ein Photo schicken, denn es ist eine Schöne, doch die Sache hatte sich schon geklärt, gleich gestern. Und zwar handelte es sich um den Faden. Den hab ich nicht maschinengerecht eingehängt gehabt. norjo. und so bin ich zusammen mit meiner R. schon recht weit vorangekommen, oh ich wollte ga nicht mehr aufhören so voller Eifer bin ich dabei.
    Hab den ganzen Mittwochabend an der Leitung gehangen, jo aber da war nichts am Ende, lass uns morgen. Nur so, denn Stenzeln könnte doch DAS Ding werden.

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