Erdnusssucht – Ein Wort mit drei n

Wäre ich nicht vollgepumpt mit fiktiver Muskelkraft und fiktivem Kaffee und fiktivem Mousse auf Chocolate und fiktiven Vitaminen aus heißer Zitrone würde ich schlapp machen. Da würde ich sagen, ach komm, du hast das Wochenende so gut wie durchgearbeitet, du gönnst dir mal die Badekugel aus dem Westpaket und ne Mütze Schlaf. Normalerweise würde ich so denken, vielleicht hätte ich vor 3 Monaten so entschieden, als ich meine Umgebung zu kennen meinte.
Nun, nach der HÄLFTE stößt mich eine völlig neue und so energiegeladene Kraft an, es ist die Verbrüderung mit die Umgebung, den Menschen an sich das mich umgibt >> Humor: Wenn der Schach spielende Klient meint, die Serienkiller der Vereinigten Staaten wären ein Produkt der Amerikaner selbst, so wie die Rumänen Polenta herstellen. Resignierung: Die Schimmelpilze in der Küche. Ankommen: Das Gewichten können, was und welche Orte ich im Land noch zu erkunden habe. Faszination Bildung: Das Reinversetzen Können in den Sinn der Lehrmethoden, die ich mit Viola in der Schule für die Nachhilfe bespreche – wir spielen UNO. Ethnographie: Die erwägenswerte Lebensweise der Roma, mit ihren Vorstellungen von Recht und Pflicht, mit ihrem großen Familienherzen und riesigen Sinn für Leidenschaft. Großherzigkeit: Mein Glauben. Sprache lernen: Jeden Montag nach einem Wochenende in Sehnsucht, plätscherndes singendes Rumänisch zu hören. Macht des Internets: Der Dalai Lama postet Thesen über Liebe auf einem sozialen Netzwerk im Internet. Humani(t)ästhetisch: Das zerschmolzene Gesicht des Greisen. Netzwerke innerhalb Europa: Nach Budapest trampen mit paar rumänischen Auswanderern aus Moldova, auf dem Weg ins warme Italien. Aufmerksamkeit: Hausmittelchen Zwiebelsaft und die Lalei-Tulpen kommen bei meiner kränkelnden Italienerin nicht an- man ist sie unbelehrbar und stur und alt. Lockerheit: Die völlige Loslösung von der anfangs verspürten Abhängigkeit zu meinen Mitfreiwilligen. Erkundungstouren: Dover wird um einen Rumänen reicher – mein Lehrer zieht Mittwoch als Sozialassistent nach England. Spinnerei: Ich beiße ab vom Kinderriegel den ich bei dem jungen Dieb erspäht hab.

Was hab ich heut getan?
Neben meinem Frühstück um 9 hab ich Telefonate geführt, um den Druck der Plakate und Flyer für unsere Pink Kampagne einzuleiten. Saß mit einem Freund, skypend, und mit einer Partnerorganisation, chattend, noch bis spät in die Nacht zusammen, die optimale Version zu erstellen.
Bin dementsprechend später zur Arbeit, was aber alles ganz locker gesehen wird. An den Sacoșas (Brotbeuteln) weiterzuschneidern war nicht möglich, da der Elektriker am Werk war. Wenn meine morgendlichen Vorstellungen auf diese Weise umgewälzt werden, wie jeden Tag, frag ich mich: was kann denen und mir nun am meisten bringen. Heut wars Schach, Luftsprünge hab ich gemacht als ich zum Übersetzen eines deutschen Manuals geholt wurde, Mails hab ich geschrieben, und während die anderen ne Gruppendiskussion zu Romeo & Iuliete führten, hab ich mir Psychologielektüre zur Hand genommen, mich an den Kachelofen gelehnt, und „Was ist Epilepsie?“ durchgelesen. Über allem die neuen Worte gefestigt, die ich hier und da aufschnappe. Und gata. Und fertig. Das war ein Arbeitstag. Keiner der selbstlosen Sorte.

Gleich kann ich endlich wieder an die Arbeit. Via Internet. Ob ich um 10 noch Zeit finde, zum Schwimmen zu fahrn? Na – ich nehm mir einfach nen Taxi – der Fahrer nimmt ein Drittel von dem Betrag, unter dem die Floristin ihren Valentinsblumenstrauß feil bietet.

Och ne. Jetzt hab ich diesen „Weltfeiertag“ doch erwähnt.