Von Sternen zu Stehlen

Ich hab eine Geschichte erzählt bekommen.
Eine Journalistin kannte eine alte Gypsyfrau, die sich mit ihrem letzten Besitz niedergelassen hatte. Ein Herrenhaus war es gewesen, in dem sie ihr „Pension“ verlebte, herrschaftliche Fassade, herrlich und stattlich anzusehen. Vorerst für keinen nachvollziehbar, riss die alte Frau mit eigenen Händen ein Loch in die Decke, ins Dach wohl auch. – Weshalb sollte man so etwas unvernünftiges tun? So fragte auch die Jounalistin nach, ganz brüderlich. Und wie ich mir so ein runzlig-weiches Großmuttergesicht einbilde meinte sie zur Antwort, sie könne nicht schlafen, ohne die Sterne Nachts.
Wie ich finde, zeigen diese Verse wunderbar, mit was für einer anderen Sichtweise aufs Leben geschaut werden kann, durch welche Prioritäten man angetrieben sein kann.

Vom vergangenen Winter vergisst man einen tränenrührenden Vorfall nicht.
Hinter einem Waldstück, durch das eine für mich zur Zeit wichtige Anbindungsstraße nach Oradea verläuft, bezogen ein paar von der Kälte gepeinigte Zigeuner einen Futterkrippeähnlichen Unterstand, der ihnen offensichtlich nicht gehörte. Sie zogen provisorische Wände rein (Blickschutz^^). Sie waren sicher. Nach einigen Wochen wurde die Policia von einem Spitzel, vielleicht einem benachbarter Bauer, darüber unterichtet. So wars dann auch vorbei. Die Zigeuner wurde aggressiv rausgetrieben, was mit ihnen passierte, kann ich nur vermuten. Was allerdings erschüttert: die Bonzenpolizei nimmt sich heraus den angesammelten Hausrat zu nem Feuerchen zu türmen, später alle zurückbleibenden Klamotten zu verbrennen.

Meine Bekannte mit ihrem frisch vermälten Holländer kann nur zuschauen, sprachlos, hilflos.

Engstirnisch, gekauft. Sein eigenes Gewissen ist nicht zu schade, um dem Armen das letzte Hemd zu verbrennen. Mafiosis stehen ja hinter einem, die wirklichen Verbrecher, die offensichtlichsten werden zu den populären Persönlichkeiten der Kleinstadt, auch deshalb unantastbar. Statt zu versuchen, den Erbärmlichsten kleine Hilfen zu geben, wir ihnen das Wenige genommen, und sich müssen wieder illegal schuften, fremdes Eigentum an sich bringen. Was für eine mordsmäßige Diskriminierung, zugelassen.

Wisst ihr eigentlich, das Wort ’stehlen‘ kommt in Țigani (Sprache der Zigeuner) gar nicht vor, nichtmal die Idee davon ist vorhanden. Traditionell hat der Zigeuer kein „Privateigentum“.


rechts oben, 2.v.r., ist ein EFD´ler, Goldschmied aus Portugal, wir haben das Angebot des Cafés genommen (Kaffee und Coissant), die Gypsy Sahnetorte zum Samstag morgen