Archiv der Kategorie 'Hier und Da werkeln - Bei den Bauern'

Popeye

Des Nachmittags um 2: Wer schlaegt mich zum Popeye? Die Haende noch braun von Erde hab ich meinen wohlverdienten ersten Kaffee getrunken, nach 3 h Spinat ernten. Nach der Haelfte des Gewaechshausbeetes schien das Gruenzeug zu mir zu sprechen! Oder wars nur das Ungarisch, was mir fortwaehrend fremd in den Ohren liegt? Die zwei Pflueckerinnen waren nicht zu halten, flachsten in Magyar. Ich war froh, als die Sprache in meine Sprache umschlug, Limba Romana, und dann konnte ich die Gelegenheit nutzen und mit den Krautrupfern die Zukunftsform lernen.
Es ist schon ein Kuriosum hier. Kaum ne Woche auf dem Dorf, schon haben sich viele Bekanntschaften angesammelt. Beispielsweise der Spinatgaertner, der mich mit einer Manikuere fuer zerschundene Haende bezahlen will, oder die Radfahrerin, Mutter dreier Kinder, die mir die hiessigen Radwege zeigt. Ein Live-Schlachtangebot war auch schon dabei. Porc – Schwein

Die Kommunikation ist einfach. Die Huerde ist nicht gross fuer mich, Unbekannte spontan anzuhauen, mich auf ihre Quadtour durch die nahen Huegelwelten mitzunehmen. Dadurch bekam ich gleich den optimalen Eindruck; alle maerchenhaften Vorstellungen vom Dasein der Bauern in Transilvanien sind Wirklichkeit. Deutschland vor 150 Jahren. Vermutlich. Von Holzscheune, den typischen Heuhaufen, Pferdepflug und-fuhrwerken auf den Strassen, abgelegenen Gehoeften und betuchten Bunicas, die noch bis ins hohe Alter auf dem Feld arbeiten, zu den wettergegerbten Grossvaetern, die mit dem Reissigbesen die alten Blaetter zusammenfegen, wenn die Samen schliesslich im Felde sind.
Es ist der Knueller fuer mich. Es ist wunderschoen anzusehen. …….
Und weiter gehts mit dem Quad, durch den Fluss, durch den Sumpf, Fuesse hoch.

Rumaenen ziehen nach Deutschland zum Spargelstechen – Mein Weg fuehrt nach Rumaenien zur Spinaternte.